Food Trends 2020 - One Hit Wonder und künftige Evergreens

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Das Jahr 2019 ist so gut wie vorüber und die Überraschung darüber, dass Weihnachten viele Zusatzpfunde zu verschenken hat, wird auch dieses Mal im neuen Jahr wieder sehr groß sein und zu guten Vorsätzen, Aktionismus und der Suche nach DEM neuen Ding in der Ernährung führen, das uns hilft ein gesundes und optisch gefälliges Gewicht zu erreichen.

Wir wagen in diesem Artikel den Blick in die Glaskugel und versorgen euch vorab schon einmal mit den Themen, die im nächsten Jahr heiß oder kalt diskutiert werden.

Wir werden euch verraten, ob es sich um ein “kurz mal in” handelt, das im folgenden Jahr bereits wieder vergessen sein wird oder ob es sich lohnt einmal genauer hinzuschauen, weil sich ein nachhaltiger Trend entwickeln könnte. Hier kommen unsere top Food Trends für 2020.


1. Gen Ernährung

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Schon in diesem Jahr sind ein paar Anbieter am Markt, die mit einer revolutionären Idee werben:

Mit einer DNA Analyse, basierend auf einem Speichelabstrich, wird deine Ernährung an dich angepasst.

Eine Ernährung, die deinen Genen entspricht – das wird vor allem auf die Verteilung der Makronährstoffe bezogen – dazu gibt es noch Ratschläge zum Sportpensum und der Frage, ob du eher ein Ausdauer- oder Krafttraining absolvieren solltest. Auch dein Hang zum Jojo Effekt wird genetisch analysiert.

Aktueller Stand der Forschung

Was sich im ersten Moment wie der lange gesuchte heilige Gral der Ernährung liest, ist auf den zweiten Blick noch unausgereift. Die Annahme, dass hier eine Beeinflussung als Einbahnstraße vorliegt (“deine Gene sagen dir was du essen und wie du Sport treiben sollst”) ist angesichts der Art und Weise wie unser Körper funktioniert fragwürdig. Nach Expertenmeinung wiegt unser alltägliches Verhalten in Bezug auf Bewegung und Ernährung schwerer als der Einfluss unserer Gene. Welche Gene aktiv werden hängt massiv von unserer Ernährung und unserem Lifestyle ab.

Ein Gentest ist gut dazu geeignet zu zeigen, welche potentiell schädlichen Geninformationen du in dir trägst und wie du das Risiko für bestimmte Krankheiten reduzieren kannst. Wie jedoch lässt sich diese Diagnostik auf deine Ernährung anwenden, also auf die Versorgung eines komplexen Systems anstelle der Identifikation eines einzelnen Risikofaktors? „Schwierig“ lautet die korrekte Antwort. Es gibt hier keine absoluten Aussagen, sondern lediglich Interpretationen, die auf einer recht dünnen Datenbasis stehen.

Bewertung - Unser Urteil

Hype Potential: (4/5)
Klingt wissenschaftlich, ist erschwinglich

Wert für den Nutzer: (2/5)
Die Auswertung ist wenig mehr als ein unspezifischer Ratschlag.

Langfristiges Potential: (3/5)
Mit mehr Daten gefüttert und als dynamische, wiederholte Messung angewendet, könnte in dieser Idee Potential schlummern.

DNA Ernährung klingt nach Wissenschaft und Innovation, weshalb es sich wahrscheinlich gut vermarkten lässt. Allerdings ist dieser Ansatz weit davon entfernt objektiv und neutral zu sein. Die gemessenen Parameter bedürfen der Interpretation und können komplett widersprüchlich sein. Dazu sind die Empfehlungen “viel”, “wenig”, “mehr” oder “weniger” keine absoluten Werte, sondern stehen in Relation zu einem Referenzsystem, das von der interpretierenden Firma gewählt wird und keinen Bezug zu der bisherigen Ernährung des Kunden haben muss. Da für eine wirkliche Empfehlung viel zu wenige Parameter erhoben werden, ist die Auswertung am Ende nicht viel mehr, als ein Schuss ins Blaue. Langfristig hat diese Möglichkeit der Diagnostik noch Potential, das ausgeschöpft werden kann.


2. Intoleranzen on the go (Food Marble)

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Das Thema Unverträglichkeiten und Lebensmittelsensitivität oder sogar -intoleranz ist in den vergangenen Jahren immer größer geworden. Während das Thema mancherorts bagatellisiert wird, hat dennoch eine Vielzahl von Menschen für sich erkannt, dass es nicht “normal” sein muss, sich nach dem Essen schlecht und aufgebläht zu fühlen oder ständig mit einem rumorenden Darm umherzulaufen.

Bereits in den vergangenen Jahren haben Hersteller daher schnelle, selbst durchführbare Bluttests auf den Markt gebracht, deren Ergebnisse aber zu Recht sehr umstritten sind.

Einen neuen Ansatz gibt es erst seit Kurzem: Nach dem Essen wird mittels eines kleinen Atemgasanalysesystems, das in jede Hostentasche passt, die Verträglichkeit der gerade gegessenen Speisen getestet und das Ergebnis direkt per App angezeigt.

Als Add on erlaubt das System zudem einen Test auf Verträglichkeit von FODMAPs, das sind die typischen unverträglichen Kohlenhydrate und Zuckeralkohole.

Aktueller Stand der Forschung

Die Atemgasanalyse entspricht dem aktuell verlässlichsten Testverfahren, das auch in klinischen Tests angewendet wird.

Die Idee ein solches Testgerät jederzeit zur Hand zu haben ist toll und hat das Potential die Verdauungsprobleme vieler Menschen auf deren Ursachen zurückführen zu können. Kurz gesagt: Eine Idee, von der man sich als Betroffener einfach wünschen muss, dass sie funktioniert.

Stand jetzt sieht es jedoch leider so aus, dass das Technik Startup aus Irland, das sich zum Teil über Crowdfunding finanziert hat, ein unfertiges Produkt auf den Markt geworfen hat. Zahlreiche Berichte über Geräte, die von Beginn an bzw. nach einigen Tagen defekt waren oder Probleme in der Nutzung bereiten, sowie ebenso zahlreiche Beschwerden über einen schlechten Kundenservice lassen den Traum vorerst platzen. Sollten die Probleme jedoch behoben werden, haben wir hier ein spannendes Produkt für die Zukunft.

Bewertung - Unser Urteil

Hype Potential: (4/5)
Potentielle Lösung für ein weit verbreitetes Problem, große Social Media Präsenz

Wert für den Nutzer: (2/5)
Aktuell ist das Produkt sehr fehleranfällig und der Kundenservice schlecht.

Langfristiges Potential: (5/5)
Sollte die Firma das Testgerät verbessern und eine präzise Auswertung liefern können, steckt eine Menge Potential in dieser Idee.


3. Impossible Burger & Co. - Pflanzenbasierte Burger

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Vegane und vegetarische Fleischalternativen haben in den vergangenen Jahren ihren festen Platz im Supermarktregal hart erkämpft. Doch täuscht diese Präsenz ein wenig darüber hinweg, dass trotz steigender Verkaufszahlen der Marktanteil im Vergleich immer noch unterhalb von 5% liegt. Ein paar geniale Köpfe arbeiten seit langem daran, diese Situation zu ändern, indem sie ein Produkt kreieren, dass echtem Fleisch geschmacklich in nichts nachsteht.

Insbesondere der perfekte vegane Burger ist das Objekt der Begierde. Auf dem amerikanischen Markt sorgt vor allem der Impossible Burger für Furore, dessen Erfinder behauptet, der Geschmack von Blut sei das wesentliche Element, um Fleisch zu imitieren. Nach Europa hat es neben dem “Beyond Meat” Burger, der “Next Level” Burger und der “Wonder Burger” geschafft, dazu gibt es von zahlreichen lokalen Herstellern wie Rügenwalder weitere Alternativen.

Aktueller Stand der Forschung

Die Idee ist nachvollziehbar: In einer reinen Fleischdomäne eine gute, fleischlose Alternative anbieten, um den Fleischkonsum zu reduzieren.

Auch eine nachhaltigere Produktion spielt in diesem Zusammenhang eine große Rolle. Probleme gibt es bisher vor allem von zwei Seiten: Der Impossible Burger darf in den USA nur von einer Fast Food Restaurantkette angeboten werden, weil ihn die zuständige Behörde für potentiell gesundheitsschädlich hält.

Grund dafür ist, dass auf der Suche nach dem perfekten Geschmack mehrere bisher unbekannte Proteine entwickelt worden sind, deren Einfluss auf den Menschen bisher unbekannt ist. Bei den meisten anderen Burgern liegen die Probleme woanders verortet: Verunreinigung mit Mineralöl und Gentechnik, zu hoher Salzanteil oder schlichtweg ein enttäuschender Geschmack ist das Urteil für die meisten alternativen Burger beim Test der Zeitschrift Ökotest (11/2019).

Bewertung - Unser Urteil

Hype Potential: (5/5)
Es wird kaum jemanden geben, der nicht zumindest einmal einen Burger probieren möchte.

Wert für den Nutzer: (4/5)
Von der Entwicklung guter fleischloser Burger können gleich mehrere Seiten profitieren. Hauptnutzen ist sicher die Möglichkeit Fleisch auch als Liebhaber zu reduzieren. Sowohl die Qualität, als auch die Ökobilanz der Produkte ist aber noch steigerungsfähig.

Langfristiges Potential: (5/5)
Wir werden in Zukunft Produkte benötigen, die es ermöglichen nachhaltiger, gesünder und klimafreundlicher zu werden, als es unsere bisherige durchschnittliche Ernährung im Lande ist. Pflanzliche Fleischalternativen sind ein Teil dieser Entwicklung, auch wenn es sicher noch besser wäre, es würde einfach mehr frisches Gemüse gegessen.

Die Entwicklung der Fleischalternativen konzentriert sich gerade vor allem auf die Burger Sparte und hier hat sich bereits einiges getan. In den USA ist der “Beyond Meat” Burger bereits ein echter Hype, er schneidet aber beim Ökotest gerade einmal mit befriedigend ab. Dennoch hat er das Potential auch hierzulande ein echter Türöffner für fleischlose Burger zu werden. Sicher benötigt auch die Geschmacksentwicklung noch weitere Impulse, um echte Fleischliebhaber von der pflanzlichen Alternative zu überzeugen (nur 2 von 18 getesteten Burgern wurden geschmacklich als “entfernt fleischähnlich” bewertet). Aber es sieht so aus, als würde hier in nächster Zeit viel passieren und der “Impossible Burger” steht ja auch noch in den Startlöchern. Aktuell bewerten viele den vor allem aus Erbseneiweiß hergestellten “Beyond Meat” Burger als den fleischähnlichsten fleischlosen Burger, den man hier bekommen kann.


4. Laborfleisch

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Ethisch sauberes und reproduzierbares Fleisch.

Fleisch essen, ohne das schlechte Gewissen, dass ein Tier dafür leiden musste? Das klingt für viele Menschen sicher erstrebenswert. Per Gentechnikverfahren soll genau das in Zukunft möglich sein, indem das Steak für den Grill quasi vom Reagenzglas aus gezüchtet wird. Fleisch aus der Fabrik sozusagen, aber eben echtes Fleisch.

Aktueller Stand der Forschung

Was wie eine Zukunftsvision klingt, ist bereits in Produktion und auf dem Papier, bzw. in der Außendarstellung eine bahnbrechende Neuheit. Aber wie läuft das ganze ab? Nun ja, zunächst einmal benötigt man für das Verfahren Stammzellen eines trächtigen Tiers, welches das Entnahmeverfahren leider nicht überdauert. Soviel zum Thema Fleisch ohne Tötung. Die gewonnen Zellen müssen mit Nährstoffen versorgt werden, um zu wachsen und zu einem Muskel zu werden, das ganze unter maximal sterilen Bedingungen, damit es nicht zu Verunreinigungen kommt.

Antibiotika werden bei der Produktion angeblich nicht verwendet, was in punkto Keimfreiheit mehr als fragwürdig ist. Am Ende steht ein künstlich hergestelltes Steak, das unter enormen Energieaufwendungen für chemische Verfahren und Sterilisation entstanden ist.

Bewertung - Unser Urteil

Hype Potential: (2/5)
Vermutlich wird das Schlagwort Gentechnik bereits viele abschrecken, dazu wird dieses Produkt zurecht kontrovers diskutiert.

Wert für den Nutzer: (2/5)
Ein wirklicher Mehrwert lässt sich bei genauer Betrachtung nicht erkennen.

Langfristiges Potential: (1/5)
Es müsste schon viel passieren, damit die Idee von künstlich produziertem Fleisch eine sinnvolle und akzeptable Alternative zu herkömmlichen Bio Produkten wird.

Fleisch aus der Fabrik, das scheint keine gute Vision für die Zukunft zu sein. Statt beispielsweise ein Rind zu züchten, das komplett verwertet wird, sodass aus verschiedenen Teilen insgesamt über 150 Produkte hergestellt werden können, betreibt man einen hohen Aufwand um nur ein Stück Fleisch herzustellen. Ethisch sauberer ist dieser Prozess letztlich auch nicht. Selbst das Thema Treibhausgase ist in diesem Zusammenhang kein gutes Argument, wenn man die geringe Halbwertszeit des von Kühen produzierten Methans im Vergleich zu industriell produzierten Gasen betrachtet. Wer sich für Tierwohl einsetzen möchte, ohne auf Fleisch zu verzichten, hat mit den verschiedenen Ökosiegeln hierzulande eine Möglichkeit die Haltungsbedingungen beim Kauf mit zu berücksichtigen. Ein Steak vom Weiderind klingt doch auch besser, als ein Steak aus der Fabrik, oder nicht?


5. Eiweiß aus Insekten

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Eine ausreichende Versorgung der Menschheit mit hochwertigem Protein, ohne die Nutztierhaltung auszuweiten oder durch weitere Monokulturen in der Landwirtschaft die Biodiversität zu gefährden, das haben sich viele Unternehmen zum Auftrag gemacht. Nach dem Vorbild der südostasiatischen Küche und jener der Amazonasregion sind nun auch hierzulande Insekten als Proteinquelle ein Thema. Vornehmlich Heuschrecken, in Thailand kross gebacken ein beliebter Snack, werden für den westlichen Markt in Form von Proteinpulver nutzbar gemacht. Aber auch der Buffalo Wurm, in den Niederlanden gezüchtet, landet in unseren Supermarktregalen. Es gibt sogar bereits eine Burgermischung aus Wurm und Soja.

Aktueller Stand der Forschung

Die ersten Schritte der Insekten auf dem deutschen Ernährungsmarkt gestalteten sich schwierig: Gesetze für die Qualitätskontrolle und die Einfuhr mussten erst geschrieben werden, Strukturen in den Produktionsländern geschaffen und Transportwege erschlossen werden. So langsam hat sich die Heuschrecke aber hier eingelebt. Auch Hundefutter gibt es inzwischen mit dem hypoallergenen Insektenprotein.

Sie findet vor allem im Fitnessbereich als Eiweißquelle in Proteinriegeln oder – pulvern Anklang.

Bewertung - Unser Urteil

Hype Potential: (2/5)
Bisherige Reaktionen auf Insektenprotein sind gemischt bis verhalten, ein richtiger Hype sieht anders aus.

Wert für den Nutzer: (4/5)
Eine tierische Quelle für Proteine, Vitamine und Mineralien, dazu sehr ressourcenschonend produziert.

Langfristiges Potential: (2/5)
Erkennt man hierzulande den Wert dieser Idee, hat sie ein hohes Potential. Zu befürchten steht leider, dass kulturelle Befindlichkeiten einer solchen Entwicklung im Wege stehen.

Grundsätzlich ist es eine tolle Idee Protein aus einer nachhaltigen Quelle zu beziehen, die auch noch deutlich ressourcenschonender als bisherige tierische Quellen ist. Das Profil der Aminosäuren ist hochwertig, gleichzeitig ist das Pulver gut verträglich und geschmacklich unauffällig. Ob sich der durchschnittliche Europäer allerdings langfristig dazu durchringen wird, Insekten zu konsumieren, bleibt leider fragwürdig. Hinzu kommt, dass Insekten natürlich zu tierischen Lebensmitteln gezählt werden und daher für Vegetarier und Veganer ungeeignet sind.


6. Lokale Ernährungsbildung

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Was ist gut, was ist schlecht? Lange Zeit wurde über Ernährung vor allem in diesen beiden Dimensionen diskutiert. Dabei hat es die Wirtschaft zunächst in Funk und Fernsehen, später über clevere Produktplatzierungen und Influencer, immer wieder geschafft ausreichend Verwirrung zu stiften und Unwahrheiten zu verbreiten, damit die Grenzen zwischen den beiden Positionen für den Otto-Normal Verbraucher völlig durcheinander gerieten. Initiativen wie “Fit Kids” “MehrWertKonsum” oder “IN FORM” versuchen seit längerem dieses Dilemma durch eine allgemeine Bildung in Kitas, Schulen und Jugendeinrichtungen zu bearbeiten. Doch für Erwachsene gab es lange nur Hilfe, wenn der Zug bereits in die falsche Richtung abgefahren war. Krankenkassengeförderte Präventions- und Rehabilitationskurse erreichen nur einen Bruchteil der Bevölkerung. Vielerorts ist die Initiative in Sachen Bildung nun dorthin zurückgekehrt, wo viele der Produkte herstammen: auf die Bauernhöfe und die Farmen.

Natur erleben, um Lust auf natürliche Produkte zu machen.

Aktueller Stand der Forschung

Viele Landwirte, gerade bei kleineren Gehöften, kämpfen seit Jahren um das Überleben und sind großem Druck aus Wirtschaft und Politik ausgesetzt. Einige dieser Landwirte haben sich für einen aktiven Schritt entschieden und versuchen das Glück in die eigenen Hände zu nehmen. Auf Erlebnisbauernhöfen kann man sich bei einem kleinen Tagesausflug den Betrieb anschauen, die Kinder unterhalten und direkt den Wocheneinkauf erledigen. Alles lokal, frisch und in Bio Qualität. Aber auch andere Anbieter sind stark im Kommen: Auf Kräuterwanderungen erfährt man, welche Schätze selbst im kleinen Park in der Großstadt verborgen auf einen warten, auch eine Pilzwanderung kann einem die Augen öffnen. Wer es auf die harte Tour mag, kann sich in mehrtägigen Survival Camps zeigen lassen, wie man sich ohne Supermarkt in der freien Wildbahn durchschlägt.

Bewertung - Unser Urteil

Hype Potential: (3/5)
Es fehlt dem Thema noch an cleveren Marketingstrategien und einer gewissen Coolness in der breiten Masse, um zu einem Hype zu werden.

Wert für den Nutzer: (5/5)
Frische, gesunde Produkte, anwendbares Wissen für die eigene Gesundheit und gleichzeitig gute Unterhaltung in der freien Natur, das ist ziemlich viel Positives.

Langfristiges Potential: (3/5)
Das langfristige Potential dieser Angebote steht und fällt mit der Unterstützung durch die Politik, Mundpropaganda und dem gesellschaftlichen Weg der langfristig eingeschlagen wird. Es ist zu hoffen, dass die Menschen sich wieder mehr mit ihrer Ernährung beschäftigen und langfristig noch mehr Angebote entstehen.

Es ist toll, dass es in diesem Bereich ein immer größeres Angebot gibt, das gerade bei jungen Erwachsenen immer mehr Anklang findet. Wir befinden uns in einer Zeit, in der langsam aber sicher ein Umdenken stattfindet und ökologische Nachhaltigkeit den Weg in den Mainstream einschlägt. Zwar gibt es eine recht offensichtliche Spaltung der Gesellschaft, was den Umgang mit der Natur und unseren Ressourcen angeht, aber es wäre wünschenswert, wenn die lokalen Bildungsangebote, bzw. -erlebnisse weiter vermehren und einen ähnlichen Run erleben wie Whisky oder Gin Seminare.


7. Urban Farming & Produkte aus nachhaltiger Landwirtschaft

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Die traditionell gut informierte Lebensmittelkette “Wholefoods” listet Produkte aus nachhaltiger Landwirtschaft auf Platz 1 ihrer top Trends für 2020. Die Idee ist simpel und dem Zeitgeist entsprechend: Ein Labelling für nachhaltige Produktion macht den Kunden auf jene Produkte aufmerksam, die in einer Weise produziert werden, die ressourcenschonend ist und ohne umweltschädliche Stoffe auskommt. In die gleiche Kerbe schlägt das “Urban Farming” ein nicht ganz neuer Trend, der dank unternehmerischer Organisation allerdings einen neuen Anstrich erhält. Der Clou: kleine, gestapelte Gewächshäuser, aus denen direkt und frisch im Supermarkt, Cafe, oder Restaurant nebenan geerntet werden kann.

So spart das frische Gemüse und Obst den hohen CO2 Aufwand für Transport und Kühlkette.

Aktueller Stand der Forschung

Beide Trends sind nicht neu, haben aber in letzter Zeit einiges an Aufschwung erfahren. In Deutschland wurde unlängst eine Diskussion um das präzise Labelling von Lebensmitteln losgetreten, während man in den USA mit der rasanten Verbreitung von Urban Farming Stationen bereits einen Schritt weiter ist. Aber auch einfachere Lösungen, wie der Gang zum Wochenmarkt mit regionalen Produkten oder zum Bio Supermarkt sind auf dem Vormarsch.

Bewertung - Unser Urteil

Hype Potential: (4/5)
Eine großartige Sache deren Hype Potential lediglich durch den Preiskampf an der Lebensmittelfront beeinträchtigt wird. Nachhaltige Produktion ist leider noch nicht konurrenzfähig, was den Preis angeht.

Wert für den Nutzer: (5/5)
Allein das gute Gewissen, sich nicht an der Ressourcenverschwendung zu beteiligen, die aktuell betrieben wird ist viel Wert. Hinzu kommt frische, unbelastete Ware ohne CO2 Stempel.

Langfristiges Potential: (5/5)
Aktuell ist die Verschwendung von Lebensmitteln der größte menschengemachte Einflussfaktor auf das Klima, abgesehen von Industrie und Verkehr. Ein Großteil der Überproduktion entfällt auf Gemüse und Obst, das zuvor um den Globus transportiert wurde. Diesen Faktor zu reduzieren birgt ein enormes Potential für Mensch und Umwelt, eventuell sogar in Bereichen die aktuell nicht absehbar sind, wie Verteilung und Fair Trade.

Es ist schwierig etwas Schlechtes an regionaler und nachhaltiger Produktion zu finden und deshalb lassen wir die Suche nach der Nadel im Heuhaufen an dieser Stelle sein. Das Angebot an Wochenmärkten, Bio Supermärkten oder auch Direktverkauf ab Hof nimmt aktuell wieder zu und das ist gut so. Noch besser wäre es, wenn auch das erfolgreiche Urban Farming Konzept sich in Deutschland verbreiten würde.


8. Food Sharing

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Food Sharing, also das Teilen von überschüssigen Lebensmitteln setzt genau dort an, wo das Produzieren nachhaltiger Lebensmittel seine Grenzen erreicht – bei der Lebensmittelverschwendung. Was früher in manchen Gegenden nachbarschaftlich oder innerhalb von WGs zwischenmenschlich organisiert wurde, ist inzwischen gestützt durch moderne Technik für Jedermann zugänglich. Weniger Lebensmittel zu verschwenden ist angesichts der ungleichen Verteilung von Nahrungsmitteln und einer immensen Überproduktion in erste Welt Ländern eine Aufgabe, an der sich jeder bestmöglich beteiligen sollte. Regionale, nachhaltig produzierte Lebensmittel zu kaufen und überschüssige Lebensmittel zu teilen ist in dieser Hinsicht ein wertvoller Beitrag. Von den Sharing Stationen profitieren zudem auch viele lokale Hilfsorganisationen, die kostenlose Mahlzeiten anbieten.

Aktueller Stand der Forschung

Food Sharing ist in der digitalen Welt angekommen. Apps zeigen dir öffentlich nutzbare Sharing Plätze und teilweise sogar grobe Bestände an, zudem bieten viele Veranstaltungen wie Festivals und Flohmärkte als Beiwerk eine Sharing Station an. Interessant ist auch, dass etwa Erlebnisbauernhöfe häufig die Sharing Idee mit entsprechenden Plätzen unterstützen. Die Entwicklung in den letzten Jahren war toll, jetzt fehlen nur noch weitere Nutzer.

Bewertung - Unser Urteil

Hype Potential: (3/5)
Ob aus Food Sharing nochmal ein richtiger Hype wird ist nicht zu erwarten, aber wünschenswert.

Wert für den Nutzer: (4/5)
Weniger Müll, weniger Verschwendung, vielleicht mal selber etwas finden, das man gerade braucht. Food Sharing ist praktisch.

Langfristiges Potential: (4/5)
Zwar ist ein plötzlicher Hype nicht unbedingt realistisch, aber die Community der Food Sharer wird sicher Stück für Stück anwachsen, mit den Möglichkeiten, die mehr Plätze, mehr Apps und letztlich jeder zusätzliche Nutzer bieten.

Ein weiterer Trend den wir ausschließlich positiv betrachten. Klar kann man in Bezug auf Lebensmittel immer mit Sicherheitsbedenken kommen, aber wer nicht selber anderer Leute Reste verwenden möchte, der kann dennoch etwas beitragen, indem er oder sie die eigenen, noch haltbaren Reste in einer Sharing Station teilt.

Das gibt ein gutes Gefühl, spart Ressourcen und Müll ein.


9. Alternativen zu Weizen und Soja

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Auch diese Alternativen hat Wholefoods auf seine Trendliste gesetzt und das nicht zu unrecht: Weizen und Soja sind Lebensmittel, die weltweit eine sehr starke Verbreitung aufweisen und in Unmengen konsumiert werden. Dank Gluten und Phytaten gibt es aber eine Menge Kritiker dieser Lebensmittel, gerade was die Häufigkeit des Gebrauchs angeht. In Deutschland ist es nicht unüblich morgens Brot, Mittags Nudeln und als Snack noch weizenhaltige Backwaren zu essen. In der vegetarischen Ernährung ist Soja der absolute Krösus. Alternativen bringen aber natürlich weitere Vorteile mit sich: Backen wird dank immer mehr Alternativen zum Weizenmehl interessanter und inklusiver. Soja Alternativen aus Mungobohnen, Kürbiskernen und anderen natürlichen Stoffen erweitern die Geschmackslandschaft in der veganen und vegetarischen Küche.

Aktueller Stand der Forschung

Viele Produkte sind schon seit Jahren auf dem Markt, wie Mandelmehl, Walnussmehl oder Leinsamenmehl, finden sich aber nur in online Shops, oder spezialisierten Supermärkten und dort häufig zu saftigen Preisen. Soja hat im Gegenzug hauptsächlich Konkurrenz von Produkten bekommen, die tierische Produkte imitieren sollen und aus ungesunden Rohstoffen, wie gehärteten Pflanzenfetten, Seitan und Co. bestehen. Der große Angriff auf den klassischen Typ 405 Weizenmehlkunden und sein Soja Pendant war bisher nicht zu erkennen. Glaubt man Wholefoods, werden die wirklich guten Alternativen im kommenden Jahr einen Aufschwung erfahren, der ihnen tatsächlich auch zu wünschen ist.

Viele Alternativen bieten dabei sogar einen echten Mehrwert in Sachen Nährstoffe.

Bewertung - Unser Urteil

Hype Potential: (3/5)
Vorsichtig ausgedrückt wird ein Hype in diesen Bereichen wohl nur durch eine clevere Marketingstrategie ausgelöst.

Wert für den Nutzer: (5/5)
Den Nutzer definieren wir an dieser Stelle als den klassischen Weizenmehl und Soja Konsumenten und dieser kann von mehr Vielfalt nur profitieren. Aber auch andere werden sich über ein paar neue Anregungen und eine bessere Verfügbarkeit sicher freuen.

Langfristiges Potential: (3/5)
Einmal am Markt, werden einige Produkte sich durchsetzen, andere über kurz oder lang wieder von selbigem verschwinden. Man darf gespannt sein, was sich letztlich durchsetzen kann.

Wenn es ein Trend wird, dann wird es dank guter Marketingstrategien ein Konstruierter, wie dereinst bei Xucker und ähnlichen Produkten. Aber ist das schlecht? Keineswegs! Wir würden uns wünschen, dass die bereits bestehenden und neue Alternativen zu Weizenmehl und Soja tatsächlich den Weg in die deutschen Küchen finden und die doch sehr eintönige Konsumlandschaft erweitern.


10. Alternative Drinks ohne Alkohol

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Was der Fleischersatz für den Veganer ist, könnten in Zukunft die Alt-Drinks für Menschen werden die gänzlich oder zumindest eine Zeit lang auf Alkohol verzichten wollen, ohne auf den Geschmack ihres Lieblingsdrinks zu verzichten. Alkoholfreies Bier lässt sich je nach Marke kaum noch von seinem alkoholhaltigen Pendant unterscheiden und ist in fast jeder Bar und fast in jedem Club inzwischen ein Standard auf der Karte. Alkoholfreie Cocktails oder Longdrinks hingegen sind gerade einmal entfernte geschmackliche Verwandte ihrer Namensvettern und tragen höchstens zu einem Zuckerschock bei. Das soll sich dank der Alt-Drinks nun ändern.

Aktueller Stand der Forschung

Durch Destillierungsverfahren, die eigentlich Spirituosen vorbehalten sind, gibt es inzwischen Gin oder Martini Alternativen, die den Originalen erstaunlich nahe kommen, sodass das alkoholfreie Erlebnis an der Bar nur den Rausch und die Kopfschmerzen vermissen lässt. Allein der Geschmack eines bevorzugten alkoholischen Drinks löst bereits Teile der Prozesse aus, die Alkoholkonsumenten als angenehm empfinden, sodass das Ergebnis dieser Drinks interessanter werden könnte, als man sich im Vorfeld vorstellen mag. Die alkoholfreien Spirituosen kommen bei den Nutzern im Durchschnitt recht gut an, auch wenn es ein auffällig diametrales Bewertungsmuster gibt, es handelt sich wohl um ein klassisches “love it or hate it” Produkt.

Bewertung - Unser Urteil

Hype Potential: (5/5)
Hand aufs Herz, wer würde nicht einen alkoholfreien Drink probieren, der schmecken soll wie das Original? Je später die Nacht, desto größer der Hype.

Wert für den Nutzer: (5/5)
Niemand, der jemals mit einem Kater aufgewacht ist, wird sich die Frage nach dem Nutzen stellen. Aber mal ernsthaft: Alkohol ist wesentlich gefährlicher, als wir uns hier eingestehen wollen. Jedes gesunde Mittel den Konsum zu reduzieren, ist ein gutes Mittel.

Langfristiges Potential: (4/5)
Es ist gut möglich sich alkoholfreie Gin, Whisky oder Rum Flaschen in Zukunft direkt neben ihren berauschenden Kollegen den Regalen der Clubs und Bars finden. Der wirtschaftliche Erfolg im Einzelhandel ist aber doch eher unwahrscheinlich.

Destilliert wie die Originale und geschmacklich, zumindest für die Mehrheit, eine tolle Sache.

Nachdem vergangenes Jahr unzählige Craft-Beer Marken aus dem Boden gesprossen sind und plötzlich jeder zweite zu einem Bier Gourmand geworden ist, kommen nun die alkoholfreien Spirituosen. Auch wenn wir niemandem sein Feierabend Bier oder Drink missgönnen, sind beides doch Angewohnheiten, die alles andere als gesund sind und sowohl die Ernährung, als auch die Regeneration, die Körperkomposition und den Schlaf dank Alkohol negativ beeinflussen. Alkoholfreie Spirituosen bieten einen neuen, sanften Weg, sich von der Volksdroge zu entwöhnen.


Fazit

Es werden auch nächstes Jahr wieder viele Neuigkeiten und neu aufgelegte Klassiker in Sachen Ernährung am Markt erscheinen. Manche Ideen werden sich durchsetzen, andere schnell wieder verschwunden sein. Es bleibt zu hoffen, dass die Trends verbleiben, die einen positiven Einfluss auf Mensch und Umwelt haben, die Nachhaltigkeit fördern und unser allgemeines Konsumverhalten ein bisschen besser machen.

Wir von Upfit werden die Lage natürlich genau beobachten und uns bemühen, tolle neue Ernährungstrends auch weiterhin schnell in unsere Ernährungspläne zu integrieren, sodass ihr sie nutzen könnt, wenn ihr denn mögt. Übrigens Punkt 11 auf der Liste wäre die Nutzung von Apps zur Verbesserung der Ernährung und Gesundheit gewesen, aber am besten testet ihr diesen Trend einfach einmal selber aus, indem ihr unsere App herunterladet 🙂


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